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Großer Erfolg für leichten Beton
Holcim Award für Kooperationsprojekt des TU-Fachgebiets Entwerfen und Konstruieren mit Architekturbüro Barkow Leibinger Architects
Zu den Siegern des weltweit ausgelobten Holcim Award gehört auch der Entwurf zu einem „Smart Material House“, der vom Architekturbüro Barkow Leibinger Architects eingereicht wurde. Grundlegender Bestandteil dieses Entwurfs bildet ein am Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren – Massivbau der TU Berlin entwickelter sogenannter Infraleichtbeton.
Dieser Entwurf wurde mit dem zweiten Holcim Innovationspreis geehrt. Die drei Holcim Innovationspreise sind mit 150.000 USD dotiert. Die Bekanntgabe der Sieger fand am 29.03.2012 statt.
Alle drei Jahre führt die Holcim Foundation for Sustainable Construction – eine Schweizer Stiftung initiiert durch den gleichnamigen Baustoffkonzern – einen weltweiten Wettbewerb durch: die Holcim Awards. Gesucht werden dabei herausragende Projekte in Architektur und Bauwirtschaft, die nachhaltige Antworten auf technologische, ökologische, sozioökonomische und kulturelle Herausforderungen geben. Bei dem mehrstufigen Wettbewerb reichten Architekten, Ingenieure und Bauherren rund 6000 Projekte aus 146 Ländern ein.
„Smart Material House“
Bei der Idee des Smart Material House steht das Material im Mittelpunkt. Prägend ist dabei die Verwendung von Infraleichtbeton-Fertigteilen (ILB), die am TU-Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren – Massivbau von Prof. Dr. Mike Schlaich entwickelt wurden. Bei dem Wettbewerbsbeitrag wird der Beton als „tragende Wärmedämmung“ genutzt. Dabei dienen die massiven, konvex oder konkav geschwungenen Wandscheiben als Multitasking-Elemente: Sie fungieren als Tragelemente, Raumbegrenzung, Wärmedämmung und Träger eines Heiz- und Kühlsystems in einem. Die ca. 50cm starken Scheiben bestehen aus einem Beton, dessen Dichte durch Zuschläge aus Blähbeton oder Schaum aus Recyclingglas auf einen Wert von unter 800kg pro Kubikmeter reduziert wurde. So werden sowohl eine ausreichend hohe Druckfestigkeit als auch eine besonders geringe Wärmeleitfähigkeit erreicht. Eine zusätzliche Dämmung ist nicht erforderlich – dieser Werkstoff erlaubt es also, dass das Tragwerk sowohl auf der Innen- als auch auf Außenseite ohne Verkleidung sichtbar bleiben kann. Zur weiteren Gewichtsminimierung der Wände wird die Bewehrung aus Glasfasern hergestellt. Rohrschlangen für Heizung und Kühlung sind in die Betonelemente integriert. Das Projekt „Smart Material House“ entstand aus einer Kooperation zwischen dem TU-Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren – Massivbau von Prof. Dr. Mike Schlaich und dem Architekturbüro Barkow Leibinger Architects. Mitinhaberin des Büros, Regine Leibinger ist auch Professorin für Baukonstruktion und Entwerfen an der TU Berlin. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2013 in Hamburg wird dieser Entwurf als Pavillon realisiert.
TU Pressestelle / TU Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren - Massivbau
Prof. Dr. Mike Schlaich
Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin
Tel.: 030/314-72130
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